Schlagwörter

, , ,

Nicht alles, was wahr ist...„Verrückter Satz“, wirst du vielleicht denken. „Ich weiß doch schließlich genau, was ich denke und anschließend mit diesen Gedanken mache! Ich bin doch schließlich klar im Kopf!“ 

Das wäre sehr schön, wenn dem so wäre…
Du musst es dir mal so vorstellen: egal was du tust oder erlebst, dauernd bewertest du es (bewusst und leider auch unbewusst!) als „gut“ oder „schlecht“. „Ich finde das gut, wie sich Person XY verhält“, „Ich bin genervt, weil man sowas doch nicht sagt, was XY da gestern gesagt hat“, „Ich finde das gut, dass XY so handelt“ usw., usw., usw. – nahezu 24 Stunden lang.  

Ein vermeintlicher Teil von dir selbst – nennen wir ihn mal EGO – flüstert dir den ganzen lieben langen Tag ein, was „richtig“ und was „falsch“ ist. Was gleichsam als „gut“ und natürlich auch „schlecht“ von dir bewertet wird. Dein Ego flüstert dir ungefragt etwas ein, was es dir als „die absolute Wahrheit“ verkaufen möchte. Quasi eine super funktionierende Marketingabteilung mitten in deinem Oberstübchen, die dir ihre Glaubenssätze am laufenden Band unterjubeln möchte. Das Epizentrum – direkt in deinem Kopf.Die besonders trickreiche Strategie dieser Abteilung? Sie verkauft dir all diese Glaubenssätze, die sie dir vor die Füße wirft, mit einem „ICH“ davor! Und damit glaubst du ungesehen, dass du das wirklich bist, der das alles denkt, was er so denkt  Du glaubst zu wissen, was du magst, was du nicht magst, was du fühlst, wer du bist… – weil dir das Ego in deiner grandiosen Marketingabteilung eine Identität verkauft. Nicht mehr, nicht weniger. Der Ursprung deiner Denkhaltung liegt darin, dass dir früh beigebracht wurde, „was man macht, was man nicht macht, wofür man sich zu schämen hat, worüber es sich zu echauffieren gilt, was korrekt ist im täglichen Miteinander, wie man sich als „guter Mensch“ zu verhalten hat… usw., usw., usw.“. Die Zweigstelle Scham – um nur ein Beispiel dafür zu nennen, was in deiner Marketingabteilung so passiert, ist damit nichts anderes, als eine deiner vermeintlichen Identitäten, die dir vorgibt, für was du dich gefälligst zu schämen hast, dass dieses Schamgefühl mehr als angemessen, ganz natürlich und „normal“ sei! Egal ob es sich um körperliche Bereiche deinerseits, Taten (oder auch nicht- Taten!) oder gar Gedanken handelt! Diese Liste könnte man nun unendlich weiterführen. So unendlich, wie sie dir von deiner Abteilung untergejubelt werden, deine Glaubenssätze, schön verpackt in Form von Gedanken und Bewertungen. „XY ist fremdgegangen! Was ein widerwärtiger Mensch! So etwas macht man doch nicht!!!“ – solche Stimmen werden nicht selten laut, um nur ein einziges Bespiel zu bedienen. Und nun könnte man sie mal stellen, die wunderbare Frage an deine Marketingabteilung…. „Ist das wirklich wahr, was ich da denke?“. Und wenn ja: WER genau sagt, „dass man das nicht macht“? WER bewertet es, in „richtig“ oder „falsch“?Um dabei zu bleiben: Eine hilfreiche Frage, bei nahezu allem, was so den ganzen Tag passiert in deinem Kopf, lautet: „Ist das wirklich wahr, was ich gerade denke?“. Da werden die ersten schreien: „Natüüüüüürlich ist es das!!!“, und dann 121 „Beweise“ dafür vorbringen. Gut, dann wird’s mal konkreter, im zweiten Schritt: „Kann ich zu 100% sicher sein, dass mein Gedanke darüber wahr ist?“ – und spätestens jetzt wird es schon schwieriger  Kann ich wirklich zu 100% wissen, dass mich XY bloßstellen, verraten, demütigen, blamieren, hängen lassen, beleidigen… wollte? Oder ist es doch eher UNSER EIGENER Gedanke, dass dem so war, ohne, dass wir eine tatsächliche (!) Sicherheit dafür haben? Ist das, was XY getan hat, tatsächlich das, was ICH daraus mache? Oder kann es auch sein, dass es lediglich MEINE Bewertung ist, die XY’s Verhalten so „falsch“ und „schlecht“ erscheinen lässt?Und was würde in mir passieren, wenn ich ganz ANDERS denken würde? Könnte es sein, dass es MIR dann gar nicht mehr schlecht ginge wegen XY’s Unmöglichkeit?Ich kann jedem Leser, der sich ein leichteres, leichteres, leichteres Leben wünscht, und diesen Wunsch seinem Epizentrum widmet, lediglich die großartige (und so einfache!) Methode „The work“ von Byron Katie ans Herz legen, denn:

„Nicht alles, was ich denke und für wahr halte, ist wahr!“