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Bindungsangst und ihre Folgen – ein zentrales Thema, das betroffene Menschen bewegt und oft an die Grenzen dessen treibt, was seelisch aushaltbar ist. Der Leidensweg von Frauen an der Seite eines sog. Beziehungsphobikers ist in aller Regel lang, weil es zunächst so unglaublich und ein Stück weit auch unfassbar ist, was man mit einem solchen Mann erlebt. Die Auswirkungen und möglichen Spätfolgen einer solchen „Never ending- Story“ zeigen sich oft erst, wenn diese Story schlussendlich doch beendet ist.

Leider erkennen viele Frauen viel zu spät, auf welchem Treibsand sie sich monatelang hoffend und agierend bewegen, bis sie schlussendlich in diesem versinken. Nicht wenige Frauen müssen nach einer solchen „Fatal- Episode“ professionell-therapeutisch aufarbeiten, was sie erlebt haben. Andere kommen gerade noch mit einem blauen Auge davon, und es geht ihnen besser, wenn die so oft zitierte Zeit wirksam war.

Einmal in meinem Leben durfte ich selbst diese nahezu groteske Erfahrung mit einem „wie im Lehrbuch- Beziehungsphobiker“ machen.

Heute, viele Jahre später, kann ich sehr klar sagen, dass dieses „Erlebnis“, mit allem, was daran geknüpft war, sicherlich zu den schlimmsten Krisen zählte, die ich in den Jahren, bis dato homogen gelebter und erlebter Partnerschaft, erfahren durfte. Heute – nachdem dieses Kapitel aufgearbeitet, überwunden und schlichtweg „abgehakt“ ist – kann ich jeder Frau lediglich den Rat geben, wenn auch nur in Ansätzen erkennbar ist, in welche Mühle sie augenscheinlich geraten ist: „Zieh die Laufschuhe an und suche so schnell das Weite, wie du nur in der Lage bist zu rennen!“. Persönliche Erfahrungen innerhalb einer brisanten Thematik haben den Vorteil, dass es genau die so oft zitierten Schuhe sind, in denen Menschen erstmal gelaufen sein müssen, bevor sie verstehen können, wie sich so mancher Schuh eines Mitmenschen fühlen muss. Innerhalb meiner Coachingtätigkeit ist diese Erfahrung, die ich wohl einmal machen musste (…wäre sie mir sonst nicht passiert), eine wahrhaftige Ressource innerhalb meiner Arbeit mit KlientInnen.

Hinzufügen möchte ich (… bekomme ich nahezu täglich Post zu dieser Fragestellung), dass sich dieser Artikel inhaltlich zunächst gezielt an Frauen richtet. Dies sollte jedoch nicht zu der fälschlichen Ableitung des Lesers führen, dass es nicht ebenso viele Männer gibt, die unter dem „Kontakt“ mit einer Beziehungsphobikerin leiden.

Die Zeit mit einem sog. Beziehungsphobiker ist schmerzhaft. So schmerzhaft, dass man schlussendlich selbst nicht mehr weiß, wo oben und unten ist. So schmerzhaft, dass man irgendwann nahezu restlos den sicheren Boden unter den Füßen verliert, und getrieben und akribisch einem illusorischen „Gespinst“ nachjagt, dessen innere Substanz lediglich Schall und Rauch ist. Zurückbleiben wird man irgendwann auf einer Stecke, die alle nur denkbaren physischen und psychischen Kräfte abverlangt hat, und wenn es ganz arg kommt, fühlt man schlussendlich das erdrückende Gefühl, innerhalb dessen man sich selbst fragt: „Was habe ICH bloß falsch gemacht?“.

Woran erkenne ich einen Beziehungsphobiker? 

Es gibt eine Reihe von Symptomen, woran eine Frau erkennen kann, dass ihr Gegenüber ein bindungsängstlicher und/ oder -unfähiger Typ ist. Das Hauptgefühl ist, dass dieser Mann sich nicht wirklich einlässt auf die Beziehung. Der Phobiker lebt in einem dauernden „Jein“. Es gibt immer wieder die klaren Momente von Zweisamkeit und Nähe, oft auch von intensiver Nähe, vor allem auf der sexuellen Ebene, aber dann, und das ist leider der schmerzhafte, zermürbende Dauerspagat innerhalb dieser Verbindung, kommt einem der selbe Mann ebenso ruckartig immer wieder „abhanden“. Der Phobiker braucht grundsätzlich viele Freiräume in seinem (!) Leben, wie z.B. Arbeit und/ oder das akribische Frönen der Hobbys, möchte am liebsten immer gerne woanders sein und hält seine Partnerin dann, wenn es ihm wieder mal „zu eng wird“ in der Regel durch herbe Kritik und (unnötige) Streitereien auf Distanz.

Grundsätzlich zeigt er dabei drei klassische Abwehrstrategien:

1. Flucht (Schlussmachen, Arbeit, Hobbys, Reisen, Krankheit, Untreue, Dreiecksbeziehungen, chronische Unentschlossenheit, sexuelle Distanz, Fernbeziehung, Gesprächsverweigerung) 2. Angriff (Aggression, Streit, in den Krümeln suchen) und 3. Totstellreflex (emotional abgeschaltet, körperlich erstarrt).

Im Klartext heißt dies: Bindungsphobiker flüchten, greifen an – oder: sie stellen sich tot. Und sie verhalten sich in aller Regel vor allem immer wieder aggressiv.

So kann es zum Beispiel passieren, dass die innere Bindung zu einem „Partner“ – in Anführungszeichen deshalb, da man nie wirklich der Partner eines solchen Menschen sein wird – nach drei Tagen Abwesenheit innerlich gänzlich „abreißt“. Ganz nach dem Motto: „Aus den Augen aus dem Sinn“. Eine Gefühlsabspaltung ist hier erkennbar, bei der nicht beide leiden, sondern lediglich der, der (erneut oder zum unzähligsten mal!) auf dem Feld stehen gelassen wird. Oder es ist so, dass er jedes kleinste, unbedeutendste „Haar in der Suppe“ sucht, um offensiv (aber schlussendlich doch intelligent verdeckt!) einen Streit vom Zaun zu brechen. So ist es beispielsweise oft der Fall, dass man sehr intensive Stunden miteinander verbracht hat, er dann aber, nahezu „auf den Fuß folgend“, oft schon am nächsten Morgen, nichts mehr davon zu wissen scheint und bei ihm sogar das Gefühl aufkommen kann „den anderen nie wieder sehen zu wollen“.

Typische Strategien, um immer wieder Distanz zum Partner herzustellen sind die Maurer, die Jäger und die Prinzen.

Der Maurer möchte nahezu die totale Kontrolle über Nähe und Distanz in der Beziehung. Er hat in der Regel viele Hobbys und Interessen, oder EIN zeitintensives Hobby (und damit seine „Freiräume“, auf die er auf keinen Fall verzichten kann!). Eine zeitintensive Arbeit/ Aufgabe lässt natürlich wenig Lücken, und somit legt er sich bezüglich verbindlichen Verabredungen nie gern fest. Nähe stellt er nur her, wenn er es will. Der Maurer steckt die Grenzen ab und lässt den Partner am langen Arm emotional verhungern.

Der Jäger sammelt in aller Regel Beziehungen wie Trophäen und hat Affären. Mancher hat auch schon mehrere Ehen hinter sich gebracht. Klassische Kennzeichen sind Charme, Charisma, Umgänglichkeit, Spontanität und geringe Kränkbarkeit. Abfuhren, wenn sie nicht absolut endgültig sind und „Hindernisse auf dem Weg zur Beute“ spornen Jäger eher noch dazu an, ihren Jagdinstinkt auszuleben. Der Jäger verliert in dem Augenblick das Interesse, wenn er sein „Wild“ sicher hat und die Gejagte ernsthaftes Interesse an einer Beziehung hat. Umso mehr fällt besagte Frau dann aus allen Wolken, ist diese Ambivalenz für einen gesunden Kopf sicherlich nicht verstehbar!

Der Prinz hat zwei Phasen in der Beziehung. In der ersten Phase erfolgt eine heftige Verliebtheit und eine hohe Idealisierung des Partners, in der zweiten Phase erfolgt die Abwertung und Demontage. Solche Menschen haben Schwierigkeiten, den Alltag und die Schwächen des Partners auszuhalten. Es wird chronisch genörgelt und kritisiert, es werden Kritikpunkte gesucht, es wird dauernd etwas neues aufgetischt, „was so nicht ok ist“ in seinen Augen bzw. „was so in keiner Weise akzeptiert werden kann“. Hochgradig „enttäuscht“ wendet sich der Prinz dann ab, weil er sich doch so getäuscht hat in der „bösen Frau“, um sich dann der nächsten schicksalhaften Begegnung zuzuwenden. Er kann für all das ja nichts. Schuld allein hat sie!

Das Schlimmste an dieser Variante 3? Dieser holde Prinz treibt sein Spiel so lange, bis die Frau an seiner (un)gewünschten Seite selbst nicht mehr weiß, inwieweit er ggf. sogar recht hat mit all seinen Vorwürfen? Selbstzweifel machen sich breit. Das Gefühl „einfach nicht zu genügen und immer alles falsch zu machen“, der innere Antrieb „sich vielleicht wirklich nur ändern zu müssen, weil dann endlich alles gut wird“. Und das Resultat? Irgendwann hat man das wichtigste verloren: seine Selbstachtung und Selbstliebe!

Die Bindungsphobiker selbst fühlen sich nicht selten innerlich leer, weil all die „Häuser, die sie bauen, immer wieder der Reihe nach einstürzen“. Keine Beziehung funktioniert, eine wirkliche Erfüllung kann nicht gespürt und gelebt werden, sie bleiben alleine und einsam, oder stürzen sich von einer Beziehung in die nächste. Sie suchen nach eigenen Erklärungen, machen immer wieder die „Ex“ für ihr eigenes Versagen verantwortlich oder leben in Doppelbeziehungen. Sie können sich oft nicht entscheiden für Treue, vor allem aber nicht für Nähe (wenn sie denn treu sind), weil sie eine regelrecht betäubende  Angst davor haben!

Augen auf! 

  • Neben all den nun schon genannten Symptomen ist ein klares Erkennungszeichen für Bindungsangst, dass Betroffene, sofern sie sich überhaupt auf eine engere Bindung einlassen, ihren Partner durch verschiedene Strategien immer wieder „auf Abstand“ halten. Sie brechen z.B. grundlos einen Streit vom Zaun, reagieren oft kalt und abweisend oder werfen dem Partner vor, sie zu stark einzuengen.
  • Manchmal führt die Angst vor einer Bindung auch dazu, dass sich die Betroffenen nahezu „über Nacht“ sang- und klanglos aus dem Staub machen und sich dann zunächst erst einmal wieder tagelang nicht melden.
  • Ein weiteres Symptom für Bindungsangst kann sein, dass Menschen sich immer wieder in bereits gebundene oder verheiratete Partner verlieben.
  • Die Bindungsangst kann sich bei dem Betroffenen in starken körperlichen Reaktionen äußern. Diejenigen verspüren Beklemmungsgefühle, Anspannung, Herzrasen, Schweißausbrüche und haben oft sogar regelrechte Panikattacken.

(Jein!: Bindungsängste erkennen und bewältigen. Hilfe für Betroffene und deren PartnerFazit, Stefanie Stahl) 

Ich persönlich wünsche jeder Frau, dass sie sehr schnell erkennt, in welchen „Strudel“ sie sich durch einen solchen „Partner“ begeben hat. Der Tatsache Rechnung tragend, dass es sich bei Beziehungsphobikern um pathologische, therapiebedürftige Persönlichkeiten handelt, soll dieser Artikel keinerlei „Akt der Vergeltung“ sein. Ganz im Gegenteil! Beziehungsphobiker können Frau – sofern sie sich irgendwann aus diesem Spinnennetz befreit hat und rehabilitiert ist – lediglich leid tun. Wie einsam diese Menschen innerlich sind, unfähig, eine erfüllende, ehrliche Liebe zu spüren und zu geben, allein das genügt im Grunde genommen, um tiefes Mitleid zu empfinden. Nichts desto trotz gibt es viele Frauen, die sich momentan in diesem schlackenhaften Sumpf befinden, aus dem es  -gefühlt – zunächst kein Entrinnen mehr zu geben scheint.

Diesen Frauen möchte ich innerhalb meines speziellen Coachingangebotes zur Thematik „Trauma Beziehungsphobiker“ Mut machen und gleichzeitig gezielte Hilfestellung geben, die verklärte Brille abzunehmen und hinzusehen! Erst dann ist ein aktives Agieren wieder möglich!

In einem Coaching in meiner Praxis erhalten Sie auf Wunsch viele weitere Informationen zu den ersten Anzeichen, klassischen Symptomen und auch Ursachen der Bindungsangst.  Beziehungsphobiker sind Gift für die Seele. Und je vergifteter eine Frau irgendwann ist, um so verzweifelter werden ihre eigenen Handlungen. Der Drang „ICH schaffe es ihn von seiner Phobie zu heilen! MICH wird er irgendwann zu seiner Königin ernennen!“ – leider ist es genau das, was Frauen nach und nach immer tiefer in den Abgrund reißen wird, wenn sie nicht vorher die rettende Notbremse finden – und gewillt (!) sind, diese auch zu ziehen!

Nehmen Sie sehr gerne Kontakt zu mir auf, wenn Sie mein spezielles Coaching zu dieser Thematik buchen möchten. Viele meiner KlientInnen coache ich dahingehend bundesweit, so dass auch ein Telefon-Coaching nach Terminabsprache jederzeit möglich ist.

Ich freue mich, wenn Sie nun bereit sind Ihr Thema anzugehen.

 

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