Denn du weißt nie, wofür es gut ist

Es ist nicht nur so, dass ich sie für die Grossartigkeit ihres – ja, ich würde es durchaus so bezeichnen – monumentalen Weltwerkes bewundere. Das ist unbestreitbar so.

Gleichsam waren es folgende Worte, die mich innerhalb meiner eigenen Werdung auf dem Weg meines beruflichen Erfolges sehr oft begleitet haben.

Sie gehört zu den Größten. Und ja, wer könnte es wohl besser wissen, wenn nicht J.K. Rowling?

„Scheitern hat dazu geführt, dass alles weggefallen ist bis auf das Wesentlichste.

Ich hab aufgehört vorzugeben, dass ich jemand anderes bin als die, die ich bin und ich hab angefangen, meine ganze Energie ins Abschließen der einzigen Arbeit zu investieren, die mir wichtig war.

Wäre ich bei all den anderen Dingen erfolgreich gewesen, hätte ich nie diesen unbedingten Willen gefunden, in dem Bereich alles zu geben, zu dem ich wirklich gehöre.

Ich war frei, weil meine größten Ängste eingetreten sind und ich trotzdem noch am Leben war. Der Tiefpunkt meines Lebens war eine stabile Basis, auf der ich mein Leben neu aufgebaut habe.“

– J.K. Rowling, Autorin Harry Potter

Weißt du – und genau da schließt sich wohl der Kreis.

Manchmal ist das so, dass dir das Leben zunächst in einer seiner gewaltigsten Varianten – inkl. aller nur vorhandenen Ausläufer des Desasters – restlos um die Ohren fliegen muss.

Manchmal ist das so, dass du nicht weißt, ob du weinen, schreien, brechen, toben, alles zusammen, und danach einfach nur noch aufgeben möchtest.

Alle Viere von dir strecken, und nichts mehr tun.

Gar nichts mehr.

Manchmal ist das so, dass du von jetzt auf gleich aus deinem Paradies fällst. Und mit einem dumpfen, ekligen „Klatsch“, völlig ungebremst auf dem Boden aufschlägst.

Und ja, manchmal ist das so, dass du wichtigste Dinge oder gar Menschen verlierst.

Noch völlig ungefragter, ob du das willst.

Manchmal ist das so, dass dein Talent kein Mensch zu bemerken scheint. Von deinem Chef und deinem Team mal ganz zu schweigen.

Manchmal ist das so, dass uns alles durch die Finger läuft, was so sicher und tragfähig schien.

Und manchmal ist das so, dass wir uns nur noch fragen können: „Wann hört das auf? Und was genau ist eigentlich „das“ – inmitten dieser unüberschaubaren Baustelle, die einfach keinen Zentimeter des Lebens mehr auslässt?“

Manchmal ist das so, dass uns Menschen vom Hocker hauen.

So restlos vom Hocker.

Egal wie geliebt und wichtig sie waren.

Neben all den Diagnosen… Kontoständen… Insolvenzen… Nebenbeziehungen… und neben all den vielen weiteren gefühlten Bankrotterklärungen unseres Lebens.

Ja, manchmal ist das so, dass alles gleichzeitig bricht.

Und diese Brüche keinen Halt mehr machen. Vor gar nichts mehr. Brüche und einstürzende Häuser… so viel haben sie immer wieder gemeinsam.

Und ohne nun auch nur den Hauch eines Kitsches in Reinform hier nun bedienen zu wollen, gibt es trotzdem ein Zitat (… ich weiß grad nichtmal, welcher kluge Geist es wann erstmals in die Welt flötete…), welches mir hier kommt.

„Der Moment der Nacht, in dem die Nacht am dunkelsten ist, dieser Moment liegt genau eine Sekunde vor dem Moment, in dem die Sonne wieder aufsteigt“.

Weißt du, Liebes… du weißt nie (… zumindest in aller Regel nicht davor oder während dessen), wofür es gut ist.

Diese Aussage hat für mich Bestand. Gestern, heute, morgen, und ja, wahrscheinlich sogar bis in alle Ewigkeit.

Auch du wirst irgendwann an dem Punkt sein, an dem du zuordnen kannst, warum ein Knall in dieser, jener oder welcher Art und Weise notwendig war. Du wirst verstehen. Und du wirst dich dann zurücklehnen… wahrscheinlich wirst du sogar lächeln – und neben der einstigen Wehmut und all diesen Schmerzen, wissen, dass es nur so kommen KONNTE, wie es kam.

Nur SO. Nicht anders.

Manchmal muss erst Erde verbrannt sein, um die Wahl eines neuen, fruchtbaren Feldes überhaupt als Option zu erkennen. Manchmal muss (d)ein Land erst überflutet und zerstört werden, um überhaupt den Blick auf ein neues Land richten zu können. Manchmal muss Dir erst das Herz zerquetscht werden, damit du begreifst, was zur Heilung deines Herzens so grundsätzlich notwendig ist. Und was auf gar keinen Fall dazu beiträgt.

Manchmal muss deine Welt erst wie ein Lego-Schloss, im freien Fall, aus 5 Metern Höhe, in tausend Teile zerspringen, um überhaupt erkennen zu können, dass es manchmal genau diese Welt bedeutete… ohne jedoch tatsächlich jemals DEINE Welt gewesen zu sein.

Und ja, manchmal muss erst all das passieren, bevor wir JA sagen können.

JA sagen zu all dem, was anders nie, nie hätte geboren werden können.

Trust.