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Jeden Morgen, wenn wir mit der elektrischen Zahnbürste gewissenhaft in unseren Mundhöhle hantieren, und gleichsam das erste mal am Tag mit dem rechten Daumen über das Display des Handys streichen, prangern sie uns entgegen. Mal weniger ausgeprägt, mal nahezu am äußersten Rand des Erträglichen gelagert, und in aller Regel über den Rest des weiteren Tages verteilt.

Gemeint sind jene nebulösen Statusmeldungen, denen dann – im Schnitt zunächst im ein- bis 5 minütigen Abstand – diverse „oh je´s!“, „was hast du denn´s?“, „kann ich helfen´s?“, „was ist los´s?“ oder – ebenfalls sehr beliebt – „mit Faktor 3 multiplizierte, wortlos aneinander gereihte Fragezeichen in Serie“ folgen.

Das ganze Spiel geht dann erstmal eine ganze Weile so weiter, bis sich der Post-Setzer irgendwann bequemt, seiner besorgten Freunde-Gemeinde doch endlich Auskunft darüber zu geben, dass keine Bombe in seinem Wohnzimmer explodiert ist, dass er sich nicht hilflos in einem Flugzeugwrack befindet, dass ihm weder Beine noch Arme amputiert werden mussten, und auch sonst nichts passiert ist, was ihn gerade akut hinsichtlich Leib und Leben bedroht.

Statt dessen kommt dann irgendwann: „bin erkältet“, „habe meinen Autoschlüssel gesucht“ oder (wenn es doch mal ärger sein sollte!) „Ich hasse die Welt, weil alle Menschen soooo gemein zu mir sind!“.

Nun, was hat es aber auf sich, mit all diesen „Es geht mir nicht gut, und schlecht sowieso, und ich bin traurig und verzweifelt und am Boden zerstört und erkältet und alle Welt hat sich mal wieder gegen mich verschworen- Einwort-Meldungen“, die zunächst Themen-los in das große Becken Facebook geschmissen werden, ohne jeglichen weiteren Anhalt, so dass den Lesern nicht in Ansätzen möglich ist, selbständig zu erfassen, um welches „Drama“ es sich (diesmal) wohl konkret handelt? Was steckt dahinter, dass – offensichtlich – erst 25 Nachfragen gewünscht sind, um dann endlich damit rauszurücken, wo der Schuh diesmal drückt?

Was hat es auf sich mit diesen täglichen Einwort-Posts, die sich so und so ähnlich lesen:

„Mist“
„genervt“
„Scheiße“
„Oh nein“
„Och nöö“
„Hilfe“
„traurig“
„krank“
„betrübt“
„ach man“
„am Boden zerstört“
deprimiert“
„:-/“
u.v., v., v. m.

In meiner spirituellen Arbeit stelle ich immer wieder fest, dass es eine doch sehr zentrale Ursache für Leid, und einem daraus resultierenden „Beklagen“ von Zuständen gibt: Widerstand gegen das, was ist!

Es wird sich aufgeregt über Dinge, die bereits hinter uns liegen, wir ärgern uns über dieses, jenes, welches…, machen uns (und natürlich auch anderen!) Vorwürfe, wir hadern, jammern, beklagen, bedauern oder kämpfen massiv dagegen an.

Wir setzen sämtliche Energien ein, um einen Zustand abzuwehren, der längst eingetreten ist. Und was geschieht dann aufgrund dessen? Richtig! All unsere Widerstände erzeugen nichts als schlechte Gefühle und Leid! Ausschließlich das, und sonst nichts! Die Vergangenheit lässt sich ebenso wenig verändern wie das, was gerade im Moment, in unserem Hier und Jetzt geschieht. Und trotzdem tun wir es immer wieder: wir wollen das, was ist, einfach nicht annehmen.

Ein jedes Tier überlebt in der freien Natur, indem es sich seiner Umwelt, und damit einer speziell auf sein Leben wirkenden Strömung/ Bewegung anpasst. Wir Menschen könnten uns ebenfalls optimal anpassen an unseren „Flow“, indem auch wir den natürlichen Bewegungen unseres Lebensflusses möglichst wenig Widerstand entgegensetzen würden. „Widerstand aufgeben“ heißt dabei keinesfalls (!), zu resignieren, sich Dinge nur noch schön zu reden oder grundsätzlich alles mit weichstem Rücken hinzunehmen, was so passiert. Nein, ganz sicher nicht! „Widerstand aufgeben“ bedeutet viel eher „mit den Dingen sein“, Bewegung zulassen, mit der natürlichen „Strömung des Lebens“ mitgehen und Flexibilität leben.

Mit dieser Sichtweise kann ich meine Energien konstruktiv nutzen. Lediglich Widerstand leisten, und immer und immer wieder (innerlich wie äußerlich!) aufbegehren gegen das, was ist, bedeutet hingegen „dagegen sein“, Undurchlässigkeit, Starrheit und dauernden, ja, wirklich dauernden Kampf.

Mangel erzeugt Mangel. Je mehr ich klage und beklage, um so größer wird der Mangel werden.

Wenn ich der natürlichen Bewegung und den „Wellen des Lebens“ dauernd mit Starrheit zu trotzen versuche, werde ich irgendwann daran zerbrechen. Denn: zwangsläufig (!) wird sich all das vermehren, was ich beklage, beklage und beklage. Das ist ein universelles Gesetz, dessen „Auswirkungen“ Tag für Tag im Zusammenleben mit Menschen beobachtet werden können. Ich muss ganz sicher nicht alles lieben, was das Leben gerade für mich bereit hält – bewahre – aber ich versuche es trotzdem anzunehmen und stelle mich nicht dauernd bewusst und massiv gegen meinen Lebensfluss. Ich nehme den „Druck“ des Flusses viel eher flexibel auf, bewege mich mit diesem Fluss und folge ihm freiwillig.

Warum ist das so wichtig? In der gleichen Vehemenz, mit der ich (gedanklich, verbal, schriftlich…) gegen meinen Lebensfluss Widerstand leiste, wird das Leben im Umkehrschluss gegen mich arbeiten. Konzentration auf Leid erzeugt immer mehr Leid. Abwehr erzeugt weitere Angriffe. Wenn ich nicht kämpfe (gegen mich und alle „widrigen Umstände“), kann kein „Krieg“ entstehen! Und dein inneres Leid? Das, welches du so oft verspürst? Nun, ob du es glaubst oder nicht: es wird auf wundersame Weise weniger und weniger werden!

Wir alle haben nur diese eine Entscheidung zu treffen, die wiederum weitreichende Konsequenzen für uns und sämtliche unserer Schwingungen hat:

Wollen wird leiden (…und irgendwann unter einem erzeugten „Mangelberg“ zerbrechen) oder wollen wir unser Leid, unser Beklagen, unser Jammern – und damit: all diese VERSTÄRKER! – bewusst beenden?

Ich bin inzwischen zu 100% überzeugt davon, dass der einzig passende Schlüssel zur Erreichung von Fülle- Zuständen in unserem Leben, in der Akzeptanz und wahren (gewünschten!) Annahme der Höhen und Tiefen genau diesen Lebens liegt. Verhindern können wir weder Schmerz, noch Probleme in unserem Leben, egal wie akribisch wir das versuchen. Tiefen können (sollten!) aber genutzt werden, um daran zu wachsen, und nicht, um daran kaputt zu gehen. Innerer Widerstand führt auf Dauer immer zu irgendeiner Form von Selbstzerstörung. Menschen stehen dann im chronischen „NEIN“ mit ihrem Leben. Weiteres Leid äußert sich dann in Traurigkeit, Unzufriedenheit, Anspannung, Verzweiflung, Angst, Schmerz, Wut und einer Vielzahl weiterer quälender Gefühle.

Ein zufriedenes Leben – zu dem Schmerzen, Probleme, schwarze Tage, Streit, Unwohlsein, krank sein und auch das Gefühl eines „ach man…!“ oder „och nööö!“ natürlich auch dazu gehören – ist durch das Annehmen, Durchleben und Loslassen der durch Widerstand verursachenden Gefühle und Gedanken möglich. Unzähligen Menschen fällt das leider sehr schwer, weil sie zu stark mit ihrem sogenannten „Ego“ (auch genannt: ihrem „denkenden Kopf“!) identifiziert sind. Tröstlich: Wir alle haben diesen „Denker“ in uns, der mit aller Kraft und Anstrengung das Bild zu erreichen versucht, was wir von uns haben. Der eine mehr, der andere gaaaaanz viel – der eine weniger, der andere kaum (noch)…

Das Ego sagt dann an diesen Stellen: „Ich will!!“, „Ich brauche!“, „Ich vermisse!“, „Ich suche!““ – und es leidet dann ganz wahnsinnig arg an Leere, Unruhe, Mangel, Frustration, Unvollkommenheit und Unzufriedenheit. Je nachdem wie stark ein Mensch mit all seinen „Mangelgedanken“ verbunden ist, fehlt es ihm an Selbstliebe, Selbstvertrauen, Selbstwertgefühl, Zuversicht, Harmonie, Freiheit und Zufriedenheit.

Weil das „Hier und Jetzt“ wieder einmal nicht ertragen werden will (kann?), wird diese Leere, dieser innere Mangelzustand u.a. gefüllt mit „Facebook- Hilferufen“, die alles besser machen sollen. „Trost!!! Ich will jetzt sofort Trost! Und ich will Interesse! Interessiert euch doch nun endlich für mich und fragt nach, was mit mir los ist! Ach Quatsch, fragt alle zu Hauf nach, was ich mit meinem Post eigentlich meine und warum es mir schlecht geht!“… Für den Moment wird das dann ggf. Linderung verschaffen. Mag sein, ja. Auf Dauer wird das aber leider nicht funktionieren… egal wie viele „was ist denn passiert´s???“ auch unten drunter stehen mögen…

Wir Menschen sind ein Teil des Universums. Alles ergibt einen übergeordneten Sinn, den unser Ego gar nicht vollständig erfassen kann. Unser Leben besteht aus Licht und Schatten und wir werden immer wieder an „Probleme“, „Nöte“, „Sorgen“ und „schlechtere Tage“ geraten. Nicht, weil wir etwas falsch gemacht haben, sondern weil das Leben einfach so ist! Das Leben und sein natürlicher Fluss! Dieser Kreislauf lässt sich nicht von dir erpressen! Du kannst aber ein zufriedeneres und vor allem befreiteres (!) Leben führen, wenn Du dieses universelle Gesetz annimmst, und keinen Kampf kämpfst, den Du nicht gewinnen kannst.

Ändere Deine Haltung, und du wirst automatisch dein Leben ändern! 

Versuch doch einfach mal, bevor du das nächste mal dein aktuellstes „Mängelerleben“ in Form einer Einwort-Statusmeldung deiner Facebook- Liste vor die Füße schmeißt, ehrlich und echt zu denken: „Ich habe nichts gegen das, was ist! Ich beende meinen Kampf gegen unabänderliche Realitäten und akzeptiere sie!“

Du wirst sehr erstaunt sein, was dann so alles passiert und in den „Fluss“, in die Bewegung kommt bei dir :-)

Du wirst was du denkst! Das gilt auch für deinen facebook- Status

Gib den Widerstand jetzt auf, und plötzlich ist das Leben keine Bürde mehr. „Ich habe nichts gegen das, was ist!“ – damit könntest du beginnen. Und irgendwann sagst du dann vielleicht sogar: „Ich liebe alles, was das Leben für mich bereit hält!“.

Und weißt du, was das Wunderbare ist? Wenn wir das einmal erkennen und dann (endlich!) so leben… dieses befreiende, herrliche, schöne und gute Lebensgefühl bleibt. Es bleibt einfach… <3