Schlagwörter

, , ,

Motivation

Dauernd lesen wir Artikel über die „notwendige innere Haltung“, das „wahre JA- sagen“ zu dem, was in unseren täglichen Aufgabenbereich fällt und dem „inneren Motor“, der mit den „richtigen Gedanken“ schon ausreichend angekurbelt wird, um „dies, „das“, „jenes“ und „welches“ erledigt zu bekommen – sprich: um sich ZU MOTIVIEREN!

Für mich ist das innere Gefühl „nicht ausreichend motiviert zu sein“ inzwischen der Hauptgrund, mit bestimmten Dingen gar nicht erst anzufangen. Wenn ich nicht motiviert bin, habe ich nicht genügend Energie und Durchhaltevermögen, um zu tun, was zu tun ist. So einfach ist das. Und um dieser Tatsache noch eins drauf zu setzen: „hoch motiviert zu tun“, bzw. sich erst und immer und immer wieder in diesen Zustand „hinein zu denken“, um endlich etwas erledigt zu bekommen, kann sogar Probleme verursachen. Davon bin ich sogar ziemlich überzeugt.

Lediglich mal zwei Gedanken dazu:

1. Vielleicht ist es dir (in Wahrheit!?) gar nicht wirklich wichtig, was du da grad wieder tun „willst“? Vielleicht ist das, was du tust, schlichtweg völlig belanglos und du versuchst dich, aus welchen Gründen auch immer, trotzdem dazu durchzuringen? Und dein Unterbewusstsein? Das überhörst du einfach!? Vielleicht ist genau dieser (in diesem Fall DEIN!) Motivationsmangel ein klares Signal deines Unterbewusstseins, das dir dringend zuruft: „Heeee! Eigentlich ist das nicht relevant und wichtig erst recht nicht, was du da wieder vor hast! Lass es doch einfach sein!“ Oder sogar: „Denk doch noch mal nach! Ist das mit deinen Grundsätzen wirklich vereinbar, was du da vor hast?“ – und das Unterbewusstsein weiß an dieser Stelle ganz oft doch längst: Nein. Ist es nicht!“.

2. Energie ist kein statischer Dauerzustand. Sie kommt stets schubweise, ähnlich wie Wellen im Meer. Und so, wie sich jede Welle aufbäumt, fällt sie auch wieder in sich zusammen. Es gibt Tage, da ist Motivation so gewaltig, wie eine donnernde Gischt. Dafür ist sie ein andermal eher wie ein gemächlicher Fluss. Das ist ein ganz natürlicher Rhythmus, den dir dein Körper klar anzeigt. Und nach meinem Dafürhalten ist wichtig, diesen Rhythmus zu hören, zu spüren, und ihn auch zuzulassen, indem ich ihm folge. Mache ich es nicht, werden irgendwann die Symptome einer chronischen Unzufriedenheit, Müdigkeit und/ oder Erschöpfung an der Tür klopfen.

Manchmal fehlt einfach der Schwung und Antrieb, etwas in die Tat umzusetzen. Und wenn man dann doch damit fertig ist, fühlt man sich oft so richtig gut. Bei körperlicher Anstrengung, das Beispiel kennen etliche: „Ich müsste auch unbedingt mal wieder ins Fitnessstudio gehen!“ Vielen Menschen graust es jedoch innerlich davor, und sie verabscheuen es förmlich ins Schwitzen und Japsen zu geraten. In solch einem Fall reicht die Motivation nicht aus, um sich gegen den geistigen Widerstand aufzulehnen und diesen gefühlten „Kraftakt Sport“ in Kauf zu nehmen.

Die Frage, die nun aufkommen könnte: Spielt Motivation also überhaupt keine Rolle?“ – nun, ich würde sagen, ganz so ist das nicht. Beispiel dafür: ganz typische, Erfolg versprechende „Profi-Motivierungstricks“ haben bei mir nicht funktioniert. Dann gab es Tage, an denen haben sie wunderbar funktioniert, dann aber auch wieder nicht. Manchmal war es – klar, das eigene Nähkästchen hinsichtlich der Frage „Welche Motivationsstrategie ziehe ich mir heute aus dem Hut?“ hat man schließlich immer dabei – z.B. hochmotivierend, sich den abzusehenden Erfolg schillernd zu visualisieren, dann gab es Tage, da hat mal wieder rein gar nichts geholfen.

Als ich mir selbst schließlich erlaubt habe, einfach loszulassen, haben sich Erfolge leichter eingestellt. Ich gebe zu, dass dies auf den ersten Blick schwierig erscheint. Es ist eine Frage des Vertrauens. Du musst deinem authentischen Selbst vertrauen – dass es dich führt und wissen lässt, wann es an der Zeit ist zu handeln und wann es an der Zeit ist, einfach nur zu sein.

Hier ein paar Ideen, wie man üben kann, seine Wünsche zu leben ohne dauernd krampfhaft danach zu streben:

1. Übe dich darin, deiner Intuition zu vertrauen. Die Bedeutung der Intuition – kaum etwas wird häufiger in Frage gestellt. Der rationale Verstand wird gerne bevorzugt und dessen sichere, logische Methode der Abwägung. Unsere Intuition ist jedoch ebenso zuverlässig, wenn nicht sogar viel, viel wahrer! Einstein sagte einmal: „Die Intuition ist eine heilige Gabe und der rationale Verstand ist ein treuer Diener. Wir haben eine Gesellschaft geschaffen, die den Diener ehrt und die Gabe vergessen hat.“

Lerne es doch wieder, deine Gabe der Intuition zu würdigen, indem du übst, dir selbst Fragen zu stellen und auf die Antwort, die von dir selbst stammt, zu hören – ohne zu versuchen, sie logisch abzuleiten.

2. Nimm dir Zeit, dich zu fragen, was du wirklich willst. Wir sind oft so sehr davon besessen, unsere Ziele zu erreichen, dass wir vergessen, auf das zu hören, was wir eigentlich wollen. Anstatt Ziele nur als Mittel zum Zweck zu erschaffen, die dazu dienen unsere Wünsche zu erfüllen, lassen wir uns zu oft von ihnen versklaven. Immer wenn du bemerkst, dass dich dein Ziel belastet, stell dir die Frage: „Was will ich wirklich?“ und höre schweigend auf die Antwort, die du bekommen wirst. Du wirst sie bekommen! Das ist sicher!

3. Akzeptiere, dass du nicht immer gleich motiviert bist. Wenn du so lange mit deinem Handeln wartest, bis du dich maximal motiviert fühlst, setzt du dich selbst unter Druck und diesen wirst du spüren. Es ist sehr viel besser, wenn du dich dann und wann weniger anstrengst und dir selbst erlaubst, „milde interessiert“ oder gar „verhalten abgeneigt“ zu sein. Wenn du dir erlaubst in diesem Zustand zu bleiben, ist es leichter über ihn hinauszugehen, weil du dich nicht länger gegen ihn wehrst. Wenn du gegen den Zustand, in dem du dich befindest, Widerstand leistest, erhältst du ihn genau damit aufrecht.

4. Nutze deinen Flow. Wir alle haben Zeiten, in denen wir sehr kreativ sind oder viel Energie haben, und Zeiten, in denen uns nach Ausruhen und „Akku aufladen“ zumute ist. Manche erleben Ebbe und Flut ihrer Energie zu bestimmten Tageszeiten, bei anderen treten diese Gezeiten unregelmäßig oder einfach irgendwann auf. Der springende Punkt ist, aufmerksam zu sein und Energieflüsse zu nutzen. Dadurch, dass du entschlossen handelst, wenn du voller Energie bist, und dir erlaubst dich zu entspannen, wenn du in einem ruhigen Zustand bist, respektierst und würdigst du dich. Du erreichst mehr, wenn du deinem natürlichen Rhythmus folgst, als wenn du versuchst, dich zu etwas zu zwingen!

Es gibt eine Zeit, um aktiv zu sein, und es gibt eine Zeit, um auszuruhen. So, wie die Natur weiß, dass sie es sich gar nicht leisten kann, dauernd zu wachsen, so müssen auch Menschen einsehen, dass es zu geringerer Produktivität führt, wenn dauernd erwartet wird, dauernd produktiv zu sein. Vielleicht sollte es Zeit werden, dass wir wieder anfangen auf unseren Körper zu hören. Ich glaube, je mehr wir diesem Rhythmus folgen, desto intelligenter, glücklicher und zufriedener leben wir.