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Zivilcourage

Und dann gibt es diese Dinge, die mich auch nach 4 Jahren aktivster Tierschutzarbeit weiterhin nicht schlafen lassen, nachdem sie mir abends in mein Postfach geworfen wurden. Ich frage mich dann immer wieder an diesen Stellen, was sich Menschen eigentlich denken? Menschen, die direkt am Ort eines Geschehens waren. Menschen, die in den Momenten, in denen eine konkrete, aktive Hilfe, vielleicht sogar eine Lebensrettung möglich gewesen wäre, nicht geholfen haben, und mir dann anschließend schreiben, ob ich jetzt bitte etwas tun kann!? Mir, die momentan in Deutschland sitzt und allein aus diesem Grund am allerwenigstens tun kann!

So etwas macht mich immer wieder unsagbar traurig. Gleichsam wütend und fassungslos.

Wäre es, wenn es sich in diesem Fall um ein Kind gehandelt hätte, auch nicht möglich gewesen dieses zu finden? Oder war es in diesem Fall eben „doch nur ein Hund“? Was wird nun gewünscht? Eine Absolution für das eigene Gewissen? Ist es das, was nun unaufhörlich „drückt“???

Ich habe gestern Abend und heute morgen bereits alles eingeleitet, was von Deutschland aus möglich ist, sprich: befreundete Vereine vor Ort in Spanien informiert und angefragt. Ich stelle die nachfolgenden Zeilen der (von mir bewusst anonymisierten) Schreiberin hier ein, weil sie verdeutlichen, wie weit unzählige Menschen doch von überlegtem, couragiertem und aktivem HANDELN entfernt sind, wenn es wesentlich darauf ankommt.

„Hallo Zusammen,

ich muss mich dringend an Sie wenden. Ich war bis zum xx.xx.2014 in xx Catalunya, Spanien. Ich war keine ganze Woche dort. Dort sind Häuser die von Deutschen und Spaniern bewohnt werden. Es ist ein Talkessel. Es waren sehr viele Hunde dort, die Tag und Nacht gebellt haben. Aber, ich habe beobachten können, das die Hunde versorgt wurden. Wohl bis auf einer. Ich habe ihn nachts weinen und winseln gehört. Konnte aber nicht feststellen, in welchem Haus er wohl einsam und ohne Verpflegung war. In der Nacht von Freitag auf Samstag den xx.xx.14 hat dieser Hund elendig aufgeschrien und geweint. Das hat mir das Herz gebrochen. Wir sind um xx Uhr nach Deutschland aufgebrochen. Ich mache mir Vorwürfe, ob ich was hätte tun sollen. Das Weinen verfolgt mich. Das Haus von unseren Bekannten wurde ausgeräumt und steht jetzt lehr. Es liegt in einer Sackgasse. Nebenan wohnt noch ein Deutsches Ehepaar. Gibt es eine Möglichkeit den Hund ausfindig zu machen und ihm zu helfen???

Bitte geben sie mir eine Rückantwort. Ich freue mich wirklich sehr.“

Viele gute Gedanken zu diesem Hund, wo auch immer er gerade ist, in großer Hoffnung, dass er nicht leiden muss. Wenn schon sonst nichts mehr bleibt.