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Und auch in den letzten Tagen musste ich einmal mehr von Herzen lachen (…was ein Glück eigentlich, mag das Universum den Humor bekanntlich sehr :-) – was sich jedoch gar nicht so sonderlich von all den Lachern unterschied, die mir in den letzten Jahren bereits durch manche Diskussion mit dem einen oder anderen „wahren Kenner von falsch und richtig“ entlockt wurden. „Nee, nee, mit diesem ganzen Eso- Kram hab ich ja nix an der Uhr“ eröffnete mein Gegenüber das Feld, und das, obwohl ich de fakto gar nicht nach der Uhrzeit gefragt hatte :-) Nun, um den süßen Obstbrei meinerseits einmalig zu entmußen (ok, ich gebe zu, dass ich diese Mengen von allgemein wahllos in den Topf geschmissenen Äpfeln und Birnen (trotz größter energetischer Bemühung!) auch nur mühevoll sortiert kriege :-), will ich den Versuch eines kleinen Erklärungs-Abrisses starten. Ggf. führt er dazu, eben nicht allen spirituell ausgerichteten Menschen gleichsam pauschal anzudichten, dass sie alle 28 Tage bei Vollmond und um Mitternacht kollektiv in den Waldboden menstruieren. Ich kann euch beruhigen: sie tun es nicht! :-) „In aller Regel“ verkneife ich mir nun besser, sind sie sicher nicht zielführend in dieser Thematik, die geliebten Doppelbotschaften! :-) 

Das Wort Esoterik (griech. esoterikos) bedeutet zunächst übersetzt: „nach innen gerichtet“. In unterschiedlichsten Lexika, Duden usw. findet man zum Thema Esoterik übereinstimmend inhaltlich etwa folgende Definition: „Ein Esoteriker ist jemand, der in die „Geheim“lehren einer Religion, Schule oder Lehre (der Philosophen) eingeweiht ist; esoterisch bedeutet: nur für Eingeweihte oder Fachleute bestimmt und verständlich.

Exoteriker ist hingegen ein Außenstehender, Nichteingeweihter; exoterisch heißt: für Außenstehende, für die Öffentlichkeit bestimmt; allgemein verständlich.

Der Begriff Esoterik ist also zunächst völlig wertfrei, genauso wie zum Beispiel die höhere Mathematik (oder jeder beliebige andere Wissensbereich): Man kann etwas davon verstehen, wenn man „eingeweiht“ ist, sich also mit einer Religion oder einer philosophischen „Schule“ befasst bzw. sie gelernt oder studiert hat. Oder man versteht sie eben nicht, wenn man sich nicht dafür interessiert und sich nicht damit befasst.

Zugang bekommt man nur durch die innere Bereitschaft und das erforderliche „sich öffnen“.

Gegen Esoterik zu sein ist somit genauso sinnvoll, wie beispielsweise gegen Mathematik oder Physik zu sein.

Esoterik im ursprünglichen Sinne ist eine philosophische Grundhaltung von Menschen, die glauben, dass da jenseits der materiellen Welt noch etwas sein muss, mit dem zu befassen sich lohnt. Sie ist also eigentlich alles andere als Konkurrenz- oder Ersatzreligion, sondern als Oberbegriff gemeinsames Bindeglied aller Religionen und philosophischen Weltanschauungen.

Denkwürdig ist, wenn Kirchenobere sich offensiv- vehement gegen Esoterik wenden. Sind doch gerade sie „typische Esoteriker“, da intime Kenner ihrer eigenen Lehren (… das sollte man zumindest erwarten!). Geschichte und Wirklichkeit legen jedoch freilich die Vermutung nahe, dass von den ursprünglichen Anliegen der Religionen (den Menschen ihrer jeweiligen Kulturkreise Lebenshilfe zu geben) manches verloren- bzw. restlos verschütt gegangen ist, oder vielmehr von allzu menschlichen Interessen (Macht gewinnen über andere!) überlagert wurde.

Der sog. „Kern“ der Esoterik ist somit ein innerer Weg der Selbsterkenntnis, ein praktizierter „Way of life“, der nicht nur bestimmte Methoden, sondern auch das gesamte innere und äußere Leben zu diesem Zweck bewusst nutzt. Dies geschieht unter anderem mit Hilfe der esoterischen Lebensgesetze. Selbsterkenntnis und universelle Lebensgesetze sind somit die zentralen Kennzeichen wahrer Esoterik. Selbsterkenntnis ist der Sinn bzw. die Funktion. Dient z.B. die Astrologie oder das Hellsehen genau diesem Zweck, dann ist es esoterisch. Andernfalls nicht! Bringen diese angewendeten Methoden esoterische Lebensgesetze zum Ausdruck, dann sind sie esoterisch. Andernfalls nicht.

Konkret bedeutet Esoterik, das gesamte Leben mit all seinen Geschehnissen und Begegnungen u.a. mittels Kenntnis der esoterischen Gesetze in Bezug auf sich selbst zu hinterfragen und zu deuten. Was hat dieses oder jenes mit mir zu tun, inwiefern spiegelt es mich selbst wider, was will es mir sagen und was kann ich wie anders machen? Zu den angesprochenen Gesetzen gehören z.B. das Resonanz- und Analogiegesetz, um lediglich zwei zu nennen.

Jede auf diese Weise gewonnene Erkenntnis wird mit Erfahrungsgewinn umgesetzt und in das Leben integriert. DAS ist esoterisch. Ja, auch ERFAHREN und dann HANDELN ist in der Esoterik gefragt, nicht nur rein geistige Aktivitäten, auf denen sich dann ausgeruht wird.

Esoterik hat leider gar nichts zu tun mit den inzwischen schier unzählbaren „Eso-Modetrends“, seelenlosem Kommerz, Freizeit-Spiritisten oder allwissenden möchtegern-Gurus in wehenden Gewändern. Wer oder was sich heutzutage bergeweise esoterisch nennt, fällt jedoch leider, leider oft unter eine dieser Kategorien (… um nun nicht viele weitere aufzuzählen, denn glaubt mir mal: es geht immer noch schlimmer!). Sehr vieles, was heute von der sog. „Esoszene“ unter Esoterik verkauft wird, hat überhaupt nichts mehr mit dem ursprünglichen Esoterikbegriff zu tun und widerspricht sogar oft völlig dem Grundgedanken der Freiheit, der Offenheit und der Einheit allen Lebens und der ganzen Schöpfung.

Zunehmend wird der Begriff durch Kommerzialisierung entfremdet und dient immer mehr dazu, mit der Sinn-Suche der Menschen Geschäfte zu machen. Aus einer Bereicherung des Geistes wird immer mehr eine Bereicherung des Geldbeutels.

All die üblicherweise mit Esoterik assoziierten Techniken und Methoden, wie z.B. Tarot, Astrologie, Numerologie, Alchemie, Handlesen u.v.m. spiegeln – richtig und verantwortungsbewusst angewandt – die esoterischen Gesetze wider. Richtig und achtsam angewandt dienen diese Methoden – als Instrumente oder auch Hilfsmittel – dem oben bereits beschriebenen Zweck des inneren Weges. Und das ist ein anspruchsvoller, oftmals steiniger, noch viel öfter ein unangenehmer und nicht selten auch (zunächst) schmerzhafter Weg. Esoterik ist ganz sicher nicht die Flucht in den Himmel , auch wenn das „rein äußerlich betrachtet“ für den Außenstehenden gerne mal anders aussehen mag.

Esoterik ist ganz sicher kein Weg, der durch ein käufliches „Zauberdings“ erleichtert werden könnte. Esoterik ist ebenso kein Weg für lebensscheue, weichgespülte Träumerle. Esoterik ist viel eher ein kontinuierlicher Prozess der geistig-seelischen Entwicklung, Bewusstwerdung und Selbsterkenntnis, in dem (innere und äußere) Freiheit, Ganzheitlichkeit und Ganzwerdung erlangt werden kann. Dafür muss man stets selbst AKTIV etwas tun und vor allem dem eigenen Lebensprozess, zu dem auch Krisen und Hindernisse gehören, achtsam und mutig ins Auge sehen.

Esoterik ist ganz sicher nicht das einlullende allround- Zuckerguss-Gequatsche von Licht und Liebe überall. Auch nicht, die Welt transzendieren und ihr damit aus dem Schlamassel helfen zu wollen, ohne das eigene Leben wenigstens halbwegs im Griff zu haben. Sekten wie Scientology gehören ebenso wenig dazu, wie die Entscheidung, sich einem hellsehenden Guru anzuschließen, der seine Jünger beherrscht, ausnutzt und finanziell über den Tisch zieht. Und schlussendlich ist es ebenfalls keine Esoterik, sich laut Aura-Handbuch für Einsteiger bei Vollmond auf eigene oder gar fremde Warzen zu pinkeln.

Esoterik ist viel eher:
– auch ein sehr entschlossenes „Nein“ zu jemandem sagen zu können, weil eine klare Botschaft dahingehend empfangen wurde.
– den Symbolcharakter, den maßgeblich auch das reale Leben hat, zu durchschauen.
– mit Hilfe einer astrologischen Beratung mehr über sich, seinen inneren Zustand und seine Potentiale erfahren zu können.
– die Bedeutung des scheinbar zufälligen Treffens einer bestimmten Person oder eines Ereignisses in Bezug auf die gegenwärtige Lebenssituation zu erkennen.
– sich selbst die einer Krankheit stets zugrunde liegende psychosomatische Ursache bewusst zu machen.
– den Partner, die Familie, die Arbeitskollegen, die Mitmenschen – auch mit seinen/ ihrer oftmals weniger schokoladigen Seiten als Spiegel seiner selbst zu begreifen.
– sich zu fragen, welchen höheren Sinn die eigenen Eltern – vor allem auch mit ihren „Fehlern“ – für die eigene Entwicklung hatten.

UND:

– sich ein Leben lang immer wieder die ernsthafte Frage zu stellen „Wer bin ich?“ und „Was mache ich auf dieser Welt?“.

Auch in meinem Umfeld reden viele Menschen nahezu grotesk abfällig und vehement ablehnend in bereits beschriebener Obstbrei- Manier, über das, was ihr Weltbild über Esoterik hergibt. Mich persönlich treffen solche verqueren Aussagen nicht, die inhaltlich falsch sind. Im Gegenteil. Viel eher frage ich mich ernsthaft: „Was spiegelt denn wohl diese massive Ablehnung?“, bzw. „kann es vielleicht sein, dass diese innere Anti-Haltung mit dem Ausspruch „Esoterik ist Lebensangst“ viel eher preisgibt, wer hier die eigentliche, und noch dazu viel größere Angst hat, ggf. mal ganz bewusst hinzusehen in seinem Leben?“ Nun. Die Gedanken sind frei… :-)

PS: statistisch könnte man inzwischen sicher festhalten, dass vor allem die in Strick-Stolas gehüllten Kräuterhexen und Langbart- Räucherstäbchen- Fuzzis genau die sind, die bei den amtsärztlichen Heilpraktiker-Abschlussprüfungen immer wieder mit Pauken und Trompeten durchfallen. Sollten wir dem Universum somit restlos dankbar sein, dass es uns zumindest ein paar Designer- Jeans hat zukommen lassen, die wir dann, wenn es drauf ankommt, mit Wonne und Elan aus dem Schrank zerren können. Amen. Oder sollte ich vielleicht doch besser 3 mal über meine linke Schulter spucken? :-)

Schlaft fein! :-)